Edyta

Die Bergwelt um Hopfen am See

Wenn man eine Fotografie vom Hopfensee sieht, dann ist wahrscheinlich der herrliche Panoramablick auf die Berge der Voralpen der Fokus des Bildes und die meisten davon sind mit Wanderung von verschiedenen Schwierigkeitsgraden begehbar. Einige davon haben Bergbahnen oder Gondeln, um Besucher zu ihren Gipfeln zu bringen.

Hopfensee im Allgäu

Nach einem langen Tag am Strand von Hopfen am See, ist es da vielleicht Zeit den nächsten Urlaubstag in den Bergen zu planen.

Beginnen wir ganz einfach mit dem Panoramablick, den man vom Hopfensee hat. Eigentlich kann man die paar mächtigen Zweitausender ganz einfach heraussuchen. Zuerst sticht einem der Säuling ins Auge, da er ja etwas allein steht und mit 2074 Metern sich abhebt. Die Kellenspitze mit 2238 Metern ist für den einfachen Urlaubswanderer wohl zu schwer zu besteigen. Der Aggenstein sticht hervor wegen seiner ganz ungewöhnlichen, spitzen Form, besonders, da der Aggenstein neben dem "behäbigen" Breitenberg liegt. Hier direkt im Ostallgäu gibt es einige ganzjährige Bergbahnen: Die Alpspitz Bahn, die Breitenberg Bahn, die Tegelbergbahn, die Buchenbergbahn und die Zugspitzbahn. Aber diese Bahnen sind nicht unbedingt eine "Faulenzer Art" auf die Berge zu kommen. Die meisten Bergstationen können ein guter Ausgangspunkt für unvergessliche Bergwanderungen sein.

Vielleicht wollen Sie ganz langsam anfangen und einen Berg ganz in der Nähe vom Hopfensee besteigen. Vielleicht sieht man ihn mehr als einen Hügel, wenn man ihn mit den Zweitausendern vergleicht, die man von hier sehen kann. Ich spreche vom Enzensberg mit der Burgruine Hopfen, der direkt über Hopfen am See gelegen ist, und der nur einen kurzen 30 Minuten langen Fußmarsch von Hopfen entfernt ist, wenn Sie Ihr Auto auf dem Parkplatz der Klinik Enzensberg abstellen – bitte ganz weit weg vom Eingang der Klinik. Der Weg ist einfach und leicht begehbar für jeden. Oben ankommen, werden Sie mit einem herrlichen Ausblick auf die Voralpen belohnt. Mit zwei Reliefs der Berge vor Ihnen bleiben die nicht länger anonym, denn die Namen werden darauf angegeben. Also können Sie sich hier einen Berg aussuchen, den Sie bezwingen wollen. Dieser Aussichtspunkt ist auch ein idealer Platz das Alpenglühen zu sehen. Gibt es etwas Schöneres? Bitte denken Sie an eine Taschenlampe für den Abstieg, denn es wird schnell dunkel in den Bergen.

Der Säuling mit seiner markanten Silhouette, die an eine Pyramide erinnert, ist eines der Wahrzeichen des Ostallgäus zwischen Füssen und Pfronten. Er liegt an der deutsch-österreichischen Grenze. Vom Hopfensee aus kann man ihn leicht ausmachen, da er sich mit seinen über 2000 Metern über dem Meeresspiegel jäh über die davorliegende Hügellandschaft erhebt. Man muss schon ein ziemlich gut trainierter Wanderer sein, um diesen Gipfel zu besteigen. Die Wanderung dauert etwa sechs Stunden und der leichteste Weg führt über das Säulingshaus, von wo es noch 45 Minuten auf einem schmalen Pfad zum Gipfelkreutz geht. Der Weg ist lang und an manchen Stellen weiter oben am Berg mit Klettersicherungen ausgestattet. Der Säuling ist auch ein Paradies für Kletterer mit Wänden von unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Bei über 2000 Metern ist die Aussicht natürlich atemberaubend, oder ist das vielleicht die Höhe? An klaren Tagen kann man sogar den Ammersee und Starnberger See ausmachen und man befindet sich fast direkt über den Schlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein und hat damit einen unvergleichlichen Blick auf die Märchenschlösser von Ludwig II.

Weiter im Westen befindet sich der Aggenstein im bayerischen Teil der Tannheimer Berge wenig Kilometer südlich von Pfronten. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten, den Berg zu besteigen. Ein Weg ist von Pfronten aus über den Breitenberg, den man leicht mit der Seilbahn erreichen kann, dann über den Bösen Tritt, der Bad Kissinger Hütte, eine historische Alpen-Vereinshütte, auf den Gipfel.

Es gibt einige Gipfel in der Nähe des Hopfensees, die man auch ganz bequem mit einer Bergbahn erreichen kann. Eine davon ist die oben schon erwähnte Seilbahn zum Breitenberg. Im Winter ist der Breitenberg ein Skiparadies und eine moderne Vierer-Sesselbahn, 2 Schlepplifte und 2 Minilifte erschließen das Skigebiet Breitenberg-Hochalpe, das größte und schneesicherste Skigebiet des Ostallgäus. Im Sommer kann man auf dem Breitenberg herrliche und nicht zu schwere Wanderungen machen, wie zum Beispiel die Wanderung von der Bergstation der neuen Vierer-Sesselbahn Hochalpe am Südhang des Breitenbergs zum Gipfel mit Ruhebänken, damit man auch die Aussicht genießen kann. Man kann sogar sein Mountain Bike mit der Breitenberg-Kabinenbahn nach oben transportieren lassen und dann ganz offiziell "mountain biken". Oder sind Sie ganz abenteuerlich aufgelegt? Dann ist vielleicht das Fliegen etwas für Sie, denn hier kann man Gleitschirm und Flugdrachen fliegen. Was für eine herrliche Gegend für diesen Sport!

Ein weiteres nahes Ausflugsziel in der Nähe des Hopfensees ist Buching, das nur knappe 20 Kilometer von Hopfen am See entfernt ist. Hier ist die Talstation der Buchenbergbahn. Diese Doppelsesselbahn bringt die Besucher ganz bequem auf 1.140 Meter Höhe auf die Buchenberg Alm, die der Ausgangpunkt von vielen Wanderungen ist. Die Alm kann auch mit Kleinbuss oder für die echten Wanderer zu Fuß erreicht werden. Von dort werden Sie einen einmaligen Ausblick auf die Schlösser des Königswinkels, die Berge und Seen haben. Die Einheimischen haben diesen Ausblick den 13-Seen-Blick getauft. Vielleicht können Sie sie alle finden? Auch gibt es hier oben Übernachtungsmöglichkeiten, ein gutes Essen und, wenn Sie Glück haben, echt bayerische Tanz- und Musikveranstaltungen. Das ist Bayern pur, wie sich ausländische Touristen das vorstellen. Auch gibt es hier auf der Alm einen Kinderspielplatz, damit sich auch die Kleinen amüsieren. Für die abenteuerlustigen, die gerne Fliegen wollen kann man hier vom Buchenberg aus Gleitschirmfliegen.

Wenn man sich die Berge um den Hopfensee ansehen will, darf man natürlich Deutschlands höchsten Berg nicht vergessen – die Zugspitze. Im Luftweg ist sie nur 27 Kilometer von Füssen entfernt, aber die Autostrecke ist ca. 50 Kilometer nach Garmisch-Partenkirchen, wo Sie die Bayerische Zugspitzbahn besteigen können. Es gibt auch noch zwei andere Möglichkeiten mit einer Seilbahn auf den Gipfel zu kommen: eine aus Österreich mit der Tiroler Zugspitzbahn und dann gibt es noch die neueste Bergbahn an der Zugspitze, die Eibseebahn.

Weniger als 10 Kilometer vom Hopfensee entfernt in Schwangau findet man die Talstation der Tegelbergbahn, die natürlich im Winter für den Wintersport voll ausgenützt wird. Aber auch im Sommer zieht der Rundblick von der Bergstation jedes Jahr viele Touristen an. Von hier hat man einen faszinierenden Blick auf die Alpenlandschaft im Süden, sowohl wie die Alpenvorland im Norden mit seinen Seen, die wie Saphire in der Sonne glitzern. Aber das ist nicht, was die Tegelbergbahn so besonders macht, das besondere an der Bahnfahrt am Tegelberg ist, dass man die Königschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein von der Vogelperspektive zu sehen bekommt. Obwohl man ja ganz genau weiß, was kommt, ist bei der Talfahrt das Auftauchen von Neuschwanstein, als es hinter einem Hang des Tegelberg hervorkommt, einfach überraschend in seiner Schönheit. Etwas weiter im nahen Hintergrund sieht man Hohenschwangau in goldenem Gelb im Unterschied zu den weißen Gebäuden von Neuschwanstein mit seinen grauen Schieferdächern. Es ist ein Anblick, den man nie wieder vergessen wird. Die Bergstation der Tegelbergbahn ist auch der Ausgangpunkt für viele schöne Wanderungen in dem größten Naturschutzgebiet Bayerns, dem Ammergebirge, welches schon seit 1926 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. In dieser Gegend gibt es viele einfache Wanderpfade aus König Maximillians Zeit, die er als bequeme Reit- und Jagdwege anlegen ließ. Der Ahornreitweg trägt heute noch den Namen, der an diese Zeit erinnert.

Die Schönheit der Berge um den Hopfensee ist unbestreitbar und bieten für jeden Besucher der Gegend, Alt und Jung, etwas ganz Besonderes an.